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Redet miteinander. Es macht gute Laune.

Gestern bin ich nach einem unproduktiven Morgen mittags genervt vom Schreibtisch aufgestanden. Irgendetwas Essen. Oder Kaffee. Hauptsache weg vom Computer.
Draußen sah ich eine Dame mit Rollator auf einer zweispurigen Straße ihren Einkauf verlieren. Ihre Tasche war gerissen, Erdbeeren und Äpfel kullerten über den Asphalt. Ich half beim Einsammeln. Sie war erschöpft und frustriert. Ich sagte nicht viel, hörte zu und trug ihren Einkauf schließlich bis zu ihrer Wohnungstür. „Sie haben ein so großes Herz…das macht Hoffnung“, sagte sie zum Abschied. Mir schien das absurd übertrieben. Aber sie hatte es so gemeint.
Schließlich bin ich im
Buchcafe Sisu Lou. Ich traf
Markus Ehrlich, den wunderbaren Head of Siebträger, dessen herzlicher Empfang es leicht machte, anzukommen. Ich aß draußen, die Sonne schien mir ins Gesicht. Am Nebentisch eine ältere Dame. Wir fingen an, miteinander zu sprechen: Über das Café. Über Braunschweig. Über Begegnungen mit Unbekannten. Über Politik. Über Social Media, und die Frage, wann es normal geworden ist, statt Fakten nur noch Emotionen sprechen zu lassen oder warum wir uns in Blasen einsperren lassen anstatt miteinander zu sprechen.
Wir lösten keine Probleme. Aber wir hatten einen guten Austausch. Zwei Fremde, die Gemeinsamkeiten fanden, die freundlich, offen und respektvoll Persönliches miteinander teilten und Meinungen austauschten.
Später saß ich wieder am Schreibtisch. Glücklicher als vorher und drei Dingen im Kopf, die ich manchmal nicht genug wertschätze: Friedliches Zusammenleben ist ein Privileg. Freundliche Menschen kann man überall treffen. Und zusammen sind wir wirklich weniger alleine.
